Nächste Auswärtsreise nach Sachsen
Die Bundesliga-Volleyballerinnen des TSV Flacht brechen am Wochenende zu ihrer zweiten Auswärtsreise der Saison auf. Deutlich weiter als zum ersten Auftritt in Stuttgart fahren die Schwarz-Blauen zum Dresdner SC, wo das Team von Trainer Manu Hartmann kein Versteckspiel betreiben muss.
„Dann haben wir erstmal drei von den Top Vier erledigt“, meinte Blaubären-Kapitänin Frauke Skrabak im aktuellen SWR-Beitrag über den aufstrebenden Volleyball-Stern des TSV Flacht. Unmittelbar nach der Partie gegen den aktuellen Tabellenführer SSC Palmberg Schwerin und fünf Tage nach dem von Blaubären-Fans dominierten Derby bei Allianz MTV Stuttgart blickte die legendäre Diagonalangreiferin noch nicht auf das Mitte November anstehende Spiel beim Triple-Sieger VfB Suhl und auch nicht auf den derzeitigen Tabellenvierten USC Münster. Der Blick ging auf den kommenden Samstag, 18 Uhr, auf das Duell mit dem Dresdner SC.
Dresdner SC: Traditionsverein mit großer Titelsammlung
Allianz MTV Stuttgart, SSC Palmberg Schwerin und der Dresdner SC. Das sind die Antworten der meisten Volleyball-Interessenten, fragt man sie nach den drei größten Damen-Volleyball-Vereinen. Die Schwarz-Roten aus der sächsischen Hauptstadt blicken auf eine lange Historie zurück. Der heutige Stammverein wurde im Jahr 1990 nach der deutschen Wiedervereinigung gegründet; der Vorgängerverein bestand bereits seit 1898.
Seit 1997 tritt die Mannschaft im deutschen Oberhaus an und hat sich seitdem eine beachtliche Titelsammlung zugelegt. Sechs Meistertitel stehen zu Buche, der erste 1999 nur zwei Jahre nach dem Aufstieg, dazu drei Titel in Serie von 2014 bis 2016 und zuletzt der Erfolg 2021. Ganze sieben Mal stemmte das Team auch den DVV-Pokal, 1999 und 2016 zusammen mit dem Meistertitel sowie zuletzt Anfang 2025. Einen besonderen Meilenstein in der Vereinsgeschichte markiert dazu der Challenge-Cup-Sieg im Jahr 2010, Dresdens einziger internationaler Titel, den die Mannschaft sogar in der eigenen Stadt gewann. Der Verein blickt auf eine glorreiche Vergangenheit zurück und einer goldenen Zukunft entgegen.
Verletzungspech und ein verhaltener Saisonstart
Derzeit plagen den seit 2009 aktiven Dresdner Cheftrainer Alexander Waibl größere Sorgen. Seine Mannschaft verlor nicht nur die ersten beiden Ligaspiele gegen Stuttgart und Schwerin, sondern im ersten Duell auch noch Kapitänin und Libera Patricia Nestler, die mit einem Kreuzbandriss für die komplette Saison ausfallen wird. Erst am vergangenen Wochenende holte der DSC in Aachen seinen ersten Saisonsieg und zog damit in der Tabellenbilanz mit den Binder Blaubären gleich, die als unmittelbarer Tabellennachbar ins Duell mit dem viertplatzierten DSC gehen.
Neue Gesichter beim Dresdner SC
Bei den Dresdnern fand im Sommer der übliche Wechselprozess eines deutschen Volleyball-Spitzenteams statt. Die Zentralgestirne, in diesem Fall die Starspielerinnen um Marta Levinska, Lorena Lorber Fijok, Emma Grome oder Miku Akimoto, kehrten dem Vizemeister den Rücken und zogen ins Ausland weiter.
Der DSC verfolgte die übliche Strategie deutscher Spitzenmannschaften und bediente sich bei der Konkurrenz. Mit Mackenzie Foley holte der DSC eine Schlüsselspielerin des VfB Suhl. Außerdem wurden mit Diagonalangreiferin Lena Kindermann sowie der Rückkehr von Zuspielerin Sarah Straube zwei deutsche Nationalspielerinnen an die Elbe geholt. Als Reaktion auf die Verletzung Nestlers holte der Verein die kanadische Nationalspielerin Katerina Georgiadis für die Libera-Position. Ob diese gegen Flacht bereits zum Einsatz kommen wird, ist noch unklar.
Flacht erinnert sich an eine besondere Aufholjagd
Niemand hätte erwartet, dass zum Abschluss der vergangenen Bundesliga-Hauptrunde ein anderes Ergebnis als ein 3:0 für den DSC gegen den kleinen Aufsteiger aus dem Heckengäu auf der Anzeigetafel steht. Schon gar nicht in der heimischen DSC-Halle, schon gar nicht nach einer 2:0-Führung für den Favoriten. Doch es kam ganz anders. Der Underdog bäumte sich auf und schaffte auch mithilfe der mitgereisten Fans den unfassbaren Ausgleich. Der TSV Flacht setzte ein weiteres großes Ausrufezeichen in der Volleyballwelt.
Mit Rückenwind nach Elbflorenz
Das Ergebnis des letzten Besuches und der überzeugende Saisonstart im Rücken lassen die TSV-Frauen um die ehemaligen Dresdner Jugendspielerinnen Hanna Kögler und Anni Tändler mit reichlich Rückenwind ins malerische Elbflorenz reisen. Die Mannschaft braucht sich keineswegs zu verstecken und hat erneut nichts zu verlieren.
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